Interview mit Roland Tibi



Frage: Was ist das Ziel der Quartiersimpulse Elzach?

Antwort: Das Projekt stellt die Entwicklung eines alters- und generationengerechtes Lebensumfeld in Elzach und den Stadtteilen in den Mittelpunkt. In einem thematisch offen angelegten Prozess werden mit unterschiedlichen Verfahren der Bürgerbeteiligung möglichst viele Menschen aktiv mit einbezogen. "Lokal", bezogen auf die Ortsteile und "global" mit Blick auf die Gesamtstadt, wollen wir konkret die Themen in den Blick nehmen, die die Attraktivität der Stadt für eine älter werdende Gesellschaft unterstützt.

Wir vergessen aber auch die anderen Generationen nicht, daher werden wir später auch zu einem Generationendialog einladen. So soll langfristig das „Wir-Gefühl“ gestärkt werden und das Zusammenleben in Elzach und den Teilorten nachhaltig bereichern.

Frage: Welche Fragen begleiten den Prozess ganz besonders? Was hat es mit den „Leitsätzen“ auf sich?

Antwort: Die zentrale Frage, an der wir uns orientieren lautet: Was braucht es für eine alters- und generationengerechte Gestaltung des Lebensumfeldes in Elzach? Uns ist es ein Anliegen, dass die Themen "Pflege und Unterstützung im Alter" sowie "Älter werden im Quartier" über die Ortsteilgrenzen hinweg besprochen werden. Über das Thema des "Alt werdens" und der Unterstützung im Alter machen sich viele Bürger Gedanken, daher ist es wichtig dieses "Wissen der Vielen" zu nutzen und weitere Informationsangebote zu schaffen. Der Ansatz des Projektes hierbei stetig die Bürger zu beteiligen und auf ihre Wünsche und Anregungen einzugehen ist unserer Ansicht nach der richtige.

Die Leitsätze sind auf Grundlage der ersten Veranstaltungen – Treffen der Ortschafts- und Gemeinderäte, das Jugendforum und Treffen der Zufallsbürger*innen – entstanden. Sie dienen als Inspiration und Wegweiser für den weiteren Prozess.

Frage: Welche Zielgruppen wollen Sie mit dem Projekt erreichen?

Antwort: Unser Ziel ist es alle Bürger der Gemeinde anzusprechen. Nur, wenn eine breite Gruppe in den Prozess involviert ist, gelingt es, einen nachhaltigen Impuls in die Bevölkerung hineinzugeben. Dazu nutzen wir verschiedene Methoden: Wir sprechen mit Vereinen, informieren über das Mitteilungsblatt und laden zu Veranstaltungen ein. Auch die Wahl der Zufallsbürger*innen war ein neuer Ansatz, um eine möglichst vielfältige Beteiligung zu ermöglichen. Wichtig war uns bisher auch, dass zu den Werkstätten Fahrdienste angeboten, die Räumlichkeiten sind dabei barrierefrei. Aber auch die Jüngeren der Gemeinde haben wir mit dem „Mach mit – Jugendforum“ dazu eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.

Mit dieser Website gehen wir nun einen weiteren Weg, der die Beteiligung auch während der Covid-19-Pandemie ermöglichen soll.

Frage: Was erhoffen Sie sich von der Website? Sollen dadurch die Bürgerwerkstätten ersetzt werden?

Antwort: Nein, ganz im Gegenteil. Diese Website soll dazu dienen den bereits begonnen Prozess zu ergänzen bis wir wieder in gewohnter Form weitermachen können. Für den 25. April waren beispielsweise Bürgerwerkstätten in allen Ortsteilen geplant, jedoch sind diese aufgrund der Corona-Pandemie bis auf weiteres nicht möglich. Sobald die Situation es wieder zulässt, werden diese Veranstaltungen aber nachgeholt. Damit der Prozess nicht „still stehen bleibt“ oder in Vergessenheit gerät, wurde diese Website geschaffen. Sie dient verschiedenen Bereichen: So finden die Bürger*innen allgemeine Informationen zum Projekt, aber auch spannende Hintergrundberichte und können sich aktiv beteiligen. Das war uns von Anfang an sehr wichtig – schließlich sind und bleiben die Quartiersimpulse Elzach ein Beteiligungsprojekt.

Frage: Was soll konkret mit den Ideen passieren, die im Zuge des Projekts entstehen?

Antwort: Zusammen mit den Themenarbeitsgruppen sollen im Zuge dieses Projekts konkrete Ideen entwickelt werden und gegebenenfalls schon zur Umsetzung gebracht werden. Diese sollen helfen, die Situation vor Ort für pflege- und unterstützungsbedürftige direkt verbessern, um den Weg hin zur inklusiven Stadt im Einvernehmen und der aktiven Mithilfe der Bevölkerung weiter zu beschreiten.

Des Weiteren regt das Projekt Denkimpulse an, die uns langfristig helfen werden, kreative Lösungen für beispielsweise das barrierefreie Wohnen oder Pflege im Alter zu finden.

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